Shutter Island

Martin Scorseses neuestes Werk war eine wahrlich seltsame Filmerfahrung.

Die Handlung:  Zwei US-Marshals sollen das Verschwinden einer Patientin von einer auf einer Insel gelegenen Irrenanstalt aufklären. DiCaprios Teddy Daniels ist selbst durch Erfahrungen im zweiten Weltkrieg traumatisiert. Mit der Zeit weiß man nicht mehr, wer eigentlich verrückt wird.

Schauspieler und Regie: Leonardo DiCaprio überzeugt als ein an seinem Verstand zweifelnder Cop. Ben Kingsley kann als Bösewicht auch noch mithalten. Alle anderen Schauspieler (unter anderem die wunderbare Patricia Clarkson) haben allerdings recht wenig zu tun. Die bedrohliche Inselatmosphäre ist dafür perfekt eingefangen. Highlight des Films ist sicherlich die Schlusssequenz am See.

Seltsames:

  • Musik: Unpassendere musikalische Untermalung als die auf dem Weg vom Schiff zur Psychiatrie habe ich länger nicht mehr gehört.
  • Schnitt: Schon die Eingangssequenz auf dem Schiff war auf unbeschreibliche Weise seltsam geschnitten.
  • Wasserglas-Szene: Bei der Befragung der offensichtlich recht „normalen“ Patienten verlangt diese ein Wasserglas und bekommt es – Schnitt – sie trinkt, ohne ein Glas in der Hand zu haben – Schnitt – und stellt das Glas ab.
  • KZ-Szene: Die KZ-Wächter werden aus der Vorderansicht alle gleichzeitig erschossen. Anschließend sieht man das Ganze von hinten, die Kamera fährt von links nach rechts. Natürlich werden immer die erschossen und fallen um, bei denen sich die Kamera gerade befindet.

Die Musikwahl und die KZ-Szene sind wohl einfach filmische Mittel, aber die seltsamen Schnitte auf dem Schiff und die Wasserglas-Szene können keine Fehler sein. Das traue ich Scorsese nicht zu.

Ein Film, den ich noch einmal sehen muss. Nicht, weil er mich vollends überzeugt hat, sondern eher, um diesen kleinen Details einen Sinn zu geben.

7/10

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