Avatar

Noch nicht mal eine Woche hier und schon muss ich schummeln. Avatar habe ich nicht 2010, sondern im Dezember 2009 gesehen; in die Kategorie „andere tolle Filme“ würde ich ihn auch nicht unbedingt einordnen. Der große Hype und die erstaunliche imdb-Wertung von 8.5 (Platz 67) veranlassen mich dann aber doch zu diesem kleinen Regelbruch.

Dass Pandora optisch auf ganzer Ebene beeindruckt, sollte nicht mehr erwähnt werden müssen; dass die Komplexität der Handlung niemanden überfordern wird, ist auch keine Neuigkeit. Avatar-Fans argumentieren, dass es sich um ein „modernes Märchen“ handelt. Die quasi nicht vorhandene Handlung wird also eingestanden, aber als Pluspunkt gewertet. Doch müssen Märchen gleich jedes Klischee erfüllen? Da die Handlung im Ethno-wir-lieben-die-Umwelt-Milieu angesiedelt ist, ist das besonders anstrengend: Spirituelle Rituale mit der zu erwartenden musikalischen Untermalung bleiben uns genauso wenig erspart wie die obligatorische Wandlung vom gehassten Neuling zum geliebten Helden. (Ein neuer, größerer Drache beeindruckt die Frauen eben.) Garniert man das alles noch mit einer kitschtriefenden Liebesgeschichte und einer das Titellied inbrünstig dahinschmetternden Leona Lewis, bekommt man einen 2.6 Mrd $ Hit.

Immerhin macht Sigourney Weaver als rauchende Dr. Grace Augustine Spaß; insgesamt bin ich aber doch ziemlich enttäuscht.

4/10

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