Precious

Precious (Gabourey Sidibe) ist ein 16-jähriges Mädchen, das es nicht leicht hat im Leben: Sie wächst in den 80er Jahren in ärmlichen Verhältnissen in Harlem auf, ist fettleibig, Analphabetin und wurde von ihrem Vater mehrfach vergewaltigt. Dadurch hat sie schon ein Kind, welches Down-Syndrom hat, zudem ist sie mit dem zweiten Kind schwanger, weswegen sie von der Schule fliegt. Ihre Mutter (Mo’Nique) ist ein wahres Monster, das sie beschimpft, körperlich misshandelt und zu sexuellen Handlungen zwingt.

Schon in der Inhaltsangabe kann man das Problem des Films erahnen: Die Protagonistin ist mit Problemen dermaßen überladen, dass es mir schwer fällt, den Film noch wirklich ernst zu nehmen. Hier wäre weniger vielleicht doch mehr gewesen. Wenn dann auch noch Paula Patton als Lehrerin auftaucht, die sich der armen Precious annimmt, wandelt der Film doch stark auf der Grenze zum Hollywood-Kitsch.

Sechs Oscarnominierungen, darunter Bester Film, Beste Regie und sogar ein Gewinn für das Beste adaptierte Drehbuch, kann ich mir da wirklich nicht erklären. Die Handlung bietet nichts Neues und hat für mich durch die Überhäufung von Problemen und der engelsgleichen Lehrerin Ms. Rain auch ein zunehmendes Glaubwürdigkeitsproblem.

Doch Lob ist auch noch angebracht: Die Schauspieler, sogar Mariah Carey als Sozialarbeiterin, überzeugen durch die Bank. Schon Gabourey Sidibe ist als Precious eine Entdeckung, die aber von Mo’Nique als Muttermonster noch übertroffen wird. Alleine deswegen ist der Film dann doch sehenswert.

5/10

… wunderbarer Kommentar von einem Kinobesucher nach dem Film: „Ich glaube, dass das da wirklich Alltag ist.“ – Ja. Ich glaube nicht.

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