Vertigo

„Vertigo“ gilt als Hitchcocks Meisterwerk; und tatsächlich ist der Film spannend, optisch einfallsreich und wirft mehr und mehr interessante Fragen auf. Die Handlung des Films ist jedoch stellenweise wenig glaubwürdig:

Der Polizist John „Scottie“ Ferguson (James Stewart) konnte bei einem Einsatz seinen Partner nicht retten, als er von einem Hausdach stürzte. Seitdem leidet er unter starker Höhenangst und quittiert seinen Polizeidienst. Sein ehemaliger Collegefreund Gavin Elster engagiert ihn daraufhin, damit er seine Frau Madeleine (Kim Novak) beobachtet, die sich seit einiger Zeit zunehmend seltsam verhält. Scottie findet heraus, dass sie sich immer öfter wie ihre Urgroßmutter Carlotta Valdés verhält, die sich mit 26 das Leben genommen hat. Scottie und Madeleine verlieben sich ineinander, doch auch er kann aufgrund seiner Höhenangst nicht verhindern, dass Medeleine sich das Leben nimmt. Scottie stürzt in eine schwere Depression und erkennt in jeder Frau seine Geliebte. Schließlich lernt er Judy (erneut Kim Novak) kennen, die er nach und nach in eine Madeleine-Kopie verwandelt…

„Vertigo“ wird manchmal vorgeworfen, dass er seine Pointe zu früh verraten würde. Hitchcock offenbart sie tatsächlich schon nach etwa der Hälfte der Laufzeit. Danach werden allerdings andere interessante Fragen aufgeworfen: Wie verhält sich Scottie, nachdem er erfährt, wer seine große Liebe wirklich war? Wie lange macht Judy ihre Verwandlung in Madeleine mit?

Der Film will ohnehin nicht nur spannend sein (da sind andere Hitcock-Filme besser), sondern auch eine große Liebesgeschichte erzählen. Scottie ist schon zu Beginn ein gebrochener Held, der sich selbst Vorwürfe macht und sein Berufsleben aufgegeben hat. Nachdem er auch Madeleine nicht retten konnte, versucht er verzweifelt, sich eine Kopie von ihr zu erschaffen. In diesem Moment liebt er nicht mehr die Realität, sondern seine eigene Lüge. Dass das tragisch enden muss, ist spätestens hier absehbar.

Würde ich mich nicht immer wieder dabei ertappen, dem Film seine Handlung nicht zu glauben, wäre „Vertigo“ auch für mich ein Meisterwerk. So gibt es allerdings nur

8/10.

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