Vincent Will Meer

„Vincent will meer“ hat eine interessante Prämisse: Drei psychisch kranke Menschen wollen mit dem von ihrer Ärztin gestohlenen Auto ans Meer reisen. Vincent (Florian David Fitz) hat das Tourette-Syndrom, Marie (Karoline Herfurth) ist magersüchtig und Alexander (Johannes Allmayer) ist Zwangsneurotiker.

Die vielversprechende Ausgangssituation kann der Film teilweise nutzen: Die drei Hauptcharaktere sind interessant und der Humor ist manchmal herrlich böse. Überzeugt ist man von „Vincent will meer“ schließlich aber doch nicht. Man erhofft sich im Laufe des Films, mehr Hintergrundinformation zu den Charakteren zu bekommen. Tut man aber nicht. Insbesondere der Zwangsneurotiker Alexander bleibt dadurch ein sehr flacher Charakter, von der Ärztin Dr. Rose und Vincents Vater, die den drei geflohenen Patienten hinterher reisen, ganz zu schweigen. Die Handlung ist größtenteils vorhersehbar, Überraschungen gibt es so gut wie keine. Zudem stört die penetrante Popmusikuntermalung extrem. Schließlich – und hier bin ich vielleicht zu penibel – verliert der Film durch kleine Details an Glaubwürdigkeit: Karoline Herfurth sieht zum Beispiel einfach nicht magersüchtig aus. Jemand, der fast zwangsernährt werden muss, sollte nicht mehr so gut aussehen.

„Vincent will meer“ ist kein schlechter Film, immerhin wird man während der gesamten Laufzeit unterhalten. Ein guter Film ist es aber auch nicht, und das ist das Problem.

5/10

Advertisements