Same Same But Different

Detlev Buck erzählt in seinem Film „Same Same But Different“ die Liebesgeschichte zwischen Ben (David Kross) und Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk). Ben unternimmt mit einem Freund eine Reise nach Kambodscha, vor allem um Spaß (= Alkohol + Drogen) zu haben. Dort lernt er die Prostituierte Sreykeo kennen und es kommt wie es kommen muss: Sie verlieben sich ineinander. Die beiden führen eine Beziehung miteinander, Ben schickt ihr aus Deutschland Geld. Dann erfährt er, dass Sreykeo HIV hat und versucht mit allen Mitteln ihr zu helfen.

Bewundernswert – gerade für einen deutschen Film – ist, dass es Buck gelingt, den Film weder zu anstrengend deutsch, noch zu kitschgeladen zu inszenieren. Stattdessen zeigt er faszinierende Bilder, bietet einen perfekten Soundtrack und schafft es, ein für europäische Verhältnisse komplett ungewohntes Lebensgefühl zu vermitteln. Kambodscha wirkt heiß, dreckig, aber unglaublich lebendig und echt. Der Kontrast zu den Szenen in Hamburg könnte nicht größer sein.

An einer Stelle schwächelt der Film allerdings: Die Liebesgeschichte zwischen Ben und Sreykeo ist nicht sehr mitreißend, stellenweise entwickelt sie sich zu schnell (plötzlich sind sie ein Paar, ebenso plötzlich ist er schon wieder in Deutschland und schickt ihr Geld) und wirkt deshalb etwas unglaubwürdig. Kann man so naiv/so verliebt sein, dass man einer Prostituierten ständig Geld gibt, obwohl man sieht, dass es ihre Mutter verspielt? Dieses Glaubwürdigkeitsproblem ist besonders schade, da die Geschichte nicht frei erfunden, sondern die Verfilmung eines autobiographischen Romans von Benjamin Prüfer (Interviews hier und hier) ist, der mit Sreykeo mittlerweile verheiratet ist und zwei Kinder hat.

Ein guter Film ist „Same Same But Different“ dennoch geworden, was nicht zuletzt auch an den überzeugenden Hauptdarstellern liegt.

7/10

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