David Wants To Fly

David Sieveking, ein Filmstudent, ist leidenschaftlicher Fan von David Lynch (Mulholland Dr.). Die Inspiration sucht er in der von Lynch propagierten „Transzendentale Meditation“ (TM). Diese wird – gegen viel Geld – vom TM-Lehrern gelehrt, das Ziel für den einzelnen ist „yogisches Fliegen“. Wenn allerdings genügend Anhänger an einem Ort zusammenkommen und ständig ihr Mantra wiederholen, soll das sogar zum Weltfrieden führen. Um Meditationsorte und Universitäten dafür zu bauen, aber auch Schulkindern TM anbieten zu können, werden kräftig Spenden gesammelt, unter anderem von der David Lynch Foundation.

Sieveking lässt sich auf das Abenteuer TM ein, bezahlt für sein persönliches Mantra, reist nach Indien zur Bestattung des TM-Begründers Maharishi Mahesh Yogi und führt mehrere Interviews mit Lynch. Dieser ist anfangs noch voll der Unterstützung für die geplante Dokumentation über die Meditationsart, droht aber später sogar mit einer Klage.

Meine Vorstellung, dass Lynch ein ziemlich verrückter Mann ist, wird in „David Wants To Fly“ voll und ganz bestätigt. Seine Filme bleiben trotzdem höchst interessant. Ebenso verrückt ist die Transzendentale Meditation: Spiritualität ist ja – für den, der es will – schön und gut, dass sie aber von einer großen, undurchsichtig strukturierten Organisation derart kommerzialisiert wird, geht dann doch zu weit. Wobei die katholische Kirche an Undurchsichtigkeit und zweifelhaften Machenschaften dem auch in nichts nachsteht.

Der Film berichtet jedoch nicht nur über TM, sondern auch über David Sievekings persönliche spirituelle Reise in Indien und die Beziehung zu seiner Freundin Marie. Das wirkt manchmal etwas konzeptlos, ist aber insgesamt sehr unterhaltsam.

7/10

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