The Royal Tenenbaums

Als ich „The Royal Tenenbaums“ vor ein paar Jahren zum ersten Mal sah, war das meine erste Begegnung mit dem schrägen Humor von Wes Anderson. Nun, einige Jahre später, hat mir sein gelungener Animationsfilm Fantastic Mr. Fox Lust darauf gemacht, mir die verrückte Familiengeschichte noch einmal anzusehen.

Royal und Etheline Tenenbaum (Gene Hackmann und Anjelica Huston) haben drei Kinder, alle sind Genies auf einem Gebiet: Chas macht schon als Kind Geld mit verschiedenen Investitionen, Margot, adoptiert, schreibt Theaterstücke und Richie ist Tennisprofi. Royal lässt sich jedoch von seiner Frau scheiden und vernachlässigt die Familie fortan.

22 Jahre später: Royal erfährt, dass Etheline bald wieder heiraten wird. Er täuscht vor, nur noch wenige Wochen zu leben zu haben, damit er wieder Anschluss an seine Familie findet. Von der einstigen Genialität seiner Kinder ist allerdings nicht mehr viel zu sehen: Chas (Ben Stiller) ist nach einem Flugzeugabsturz, der für seine Frau tödlich endete, eine Sicherheitsfanatiker. Margots (Gwyneth Paltrow) Karriere als Autorin verlief sich im Nichts, sie heiratete einen älteren Mann (Bill Murray) und lebt in dieser unglückliche Ehe. Richie (Luke Wilson) ist seit Jahren in seine – adoptierte – Schwester verliebt.

Die Beschreibung des Films liest sich eher wie ein Drama als eine Komödie. Doch Wes Anderson zeichnet alle Charaktere so wunderbar exzentrisch, dass „The Royal Tenenbaums“ stellenweise unglaublich witzig daherkommt. Daneben überzeugen die detailverliebte Ausstattung, schöne Musik und verrückte Nebencharaktere. Allerdings sind die Figuren allesamt zu exzentrisch, zu verrückt und zu extrem, so dass das doch recht dramatische Innenleben und die daraus resultierenden Handlungen – der Film handelt immerhin von Depressionen und sogar einem Selbstmordversuch – nie wirklich interessieren.

Beim Wiedersehen hat mich überrascht, dass der Film doch mindestens genauso Drama wie Komödie ist. Der Komödienanteil funktioniert jedoch deutlich besser. So gut, wie ich ihn in Erinnerung hatte, ist „The Royal Tenenbaums“ leider nicht; gut unterhalten wurde ich trotzdem.

7/10

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