Splice

Clive (Adrien Brody) und Elsa (Sarah Polley) sind privat, aber auch beruflich ein Paar. Sie arbeiten als Forscher für ein Pharmaunternehmen und kreuzen verschiedenen Tier- und Pflanzen-DNA um so neue Lebewesen zu schaffen. Diese sollen zur Produktion von Medikamenten benutzt werden. Auf eigene Faust mischen die beiden auch menschliches Genmaterial in eines ihrer Experimente und kreieren dadurch eine menschenähnlichen, weiblichen Organismus, der überraschend schnell wächst und schließlich so aussieht:

Elsa, die eigentlich keine Kinder haben wollte, entwickelt Muttergefühle für die neue Lebensform, die sie „Dren“ nennt. Dass solch ein Experiment aber nicht ohne Folgen bleibt, sollte jedem klar sein…

Schon die Beschreibung von „Splice“ klingt nach extrem trashigem B-Movie. Der Regisseur Vincenzo Natali, der vor Jahren mit „Cube“ überzeugte, und die namhaften Schauspieler Adrien Brody („The Pianist“) und Sarah Polley (My Life Without Me) haben mich dann aber doch auf einen guten Film hoffen lassen. Und tatsächlich steckt in „Splice“ einiges an Potential: Das Ganze startet nicht als plumper Gen-Horror, sondern eher als interessantes Charakterdrama. Elsa, die – vielleicht aufgrund ihrer nicht unproblematischen Jugend – selbst keine Kinder haben wollte, wird plötzlich doch eine Art „Mutter“. Mit Dren hat sie ein Lebewesen, an dem sie ausprobieren kann, ob sie als Mutter tatsächlich geeignet ist und gleichzeitig ihren Forschungsdrang stillen kann. Dementsprechend wird sie manchmal wie das geliebte Kind behandelt, in anderen Fällen wie das Genexperiment, das sie ist. Zwischen Elsa, Clive und Dren entwickelt sich eine regelrechte Familiendynamik, mit allem, was dazu gehört: Vom ersten (geschriebenen) Wort, über Pubertätsprobleme bis hin zum Ödipuskomplex ist alles dabei.

Diese auch für die Protagonisten moralisch höchst fragwürdige Familiensituation wäre eine ungewöhnliche und extrem interessante Herangehensweise an das Thema des Films. Leider bleibt „Splice“ hier nicht konsequent und wirft gegen Ende des Films sämtliche Ambitionen über Bord. Da wird plötzlich munter verfolgt, vergewaltigt und gemetzelt, damit man das Werk noch als Horrorfilm vermarkten kann. Das Endergebnis ist schließlich ein mittelmäßiger Film, der weder als Science-Fiction-Drama noch als Horrorslasher überzeugen kann. Eine verschenkte Chance.

5/10

Advertisements