Man On Wire

„Man On Wire“ erzählt die erstaunliche Geschichte von Philippe Petit, einem Hochseilartisten (oder ist er doch einfach ein Verrückter?), der im August 1974 mehrere Male auf einem Drahtseil von einem zum anderen Turm des World Trade Centers spazierte – in 417 Metern Höhe, ohne jede Sicherung.

Der Film gewann 2009 den Oscar in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“. Dabei mutet „Man On Wire“ oft weniger wie eine Dokumentation an, sondern eher wie ein Heist-Movie. Statt eines spektakulären Banküberfalls wird hier eben der illegale Traum von Philippe Petit geplant und schließlich umgesetzt, wobei sich das Eindringen in die Türme, vorbei am Wachpersonal, teilweise als ebenso spannend erweist.

„Man On Wire“ mischt Videoaufnahmen und Fotografien von der Planung und Durchführung der Aktion mit Interviewpassagen der Beteiligten und nachgestellten Szenen. Der größte Pluspunkt des Films ist dabei sicherlich Philippe Petit selbst, der seine Geschichte ungeheuer fesselnd und dramatisch erzählt; teilweise sogar so dramatisch, dass ich mich frage, ob das alles auch tatsächlich auch so geschehen ist. (Und das weiß eben nur Petit und seine Gruppe.)

Die Bilder vom Tanz zwischen den Türmen sind tatsächlich atemberaubend, die Geschichte ist spannend erzählt, doch ein Manko hat der Film: Der Zuschauer weiß von Beginn, dass Petit am Ende seinen Traum umsetzen kann und fiebert deswegen nicht mehr ganz so stark mit, wie es sich die Macher wohl wünschten.

7/10

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