Harvie Krumpet

Juli 2010: Deutschland ist zwar im WM-Fieber, ich stecke aber vor allem in der Prüfungsphase. Für Filme bleibt da nicht viel Zeit, stattdessen ist Lernen angesagt. Was läge da näher, als eine Lernpause einfach für einen Kurzfilm zu nutzen? „Harvie Krumpet“ dauert gute 20 Minuten und ist somit hervorragend dafür geeignet. Zu finden ist dieser Oscargewinner 2004 (Bester animierter Kurzfilm) unter anderem auf Youtube.

Der Knetanimationsfilm erzählt die Lebensgeschichte von Harvek Milos Krumpetzki, einem Polen, der während des zweiten Weltkrieges nach Australien flüchtet und von nun an „Harvie Krumpet“ heißt. Harvies Leben – und das haben die Figuren aus Adam Elliots Filmen so an sich – ist eigentlich ein tragisches, das von Tod, Krankheit und anderen Schicksalsschlägen geprägt ist. Trotzdem begeistert sein Kurzfilm durch wundervoll bösen Humor, detaillierte Animationen und schöne Einfälle – so sammelt Harvie beispielsweise in einem Büchlein verschiedenen „Fakts“, die er vom Leben gelernt hat. Diese Fakten werden für den Zuschauer in passenden Szenen eingeblendet:

„The bible was written by people who thought that the earth was flat.“

„Harvie Krumpet“ ist sicherlich noch nicht so perfekt animiert wie Elliots erster, brillianter Langfilm Mary and Max (deutscher Kinostart: 26. August 2010, unbedingt ansehen!); auch ist die emotionale Bindung zu einer Figur in 20 Minuten Laufzeit natürlich nur begrenzt vorhanden. Ein warmherziger, gleichzeitig wunderbar schwarzhumoriger und unterhaltsamer Kurzfilm ist Elliot aber dennoch gelungen.

8/10

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