Showgirls

An einem weiteren Trash-Filmabend habe ich endlich „Showgirls“ gesehen. Paul Verhoeven, der 1992 mit „Basic Instict“ einen großen Hit abgeliefert hat, wollte das Publikum durch einen noch freizügigeren Film wohl provozieren. Elizabeth Berkley, die die Protagonistin Nomi Malone mimt, sah in der Rolle ihre Chance für den großen Durchbruch.

Die Handlung ist dumm und vorhersehbar, also kaum der Rede wert: Nomi, die eine dunkle Vergangenheit hat, kommt nach Las Vegas. Zunächst arbeitet sie als Stripperin. Ihr Ziel ist es aber, der Star in einen großen Show zu sein. (In dieser tanzt sie weiterhin nackt auf einer Bühne; die Bühne ist allerdings größer und es gibt hübsche Vulkane als Kulisse.) Irgendwann erreicht sie ihr Ziel natürlich, aber auch ihre Vergangenheit kommt ans Licht.

Das Drehbuch von Joe Eszterhas ist eine einzige Katastrophe: Alle Charaktere sind flach und uninteressant, bei manchen stellt sich gar die Frage, was sie überhaupt im Film zu suchen haben. Nomi Malone scheint manisch-depressiv zu sein (bipolare Störung mit ultra-ultra rapid cycling), ihre Stimmung schwankt im Minutentakt. Die Handlung im Gesamten ist lächerlich, einzelne Szenen komplett überflüssig. Dialoge sehen in etwa so aus:

„Nicht umsonst habe ich BWL studiert.“ –  „Was ist BWL?“

Elizabeth Berkley hat nicht nur eine schlechte Frisur, sondern spielt auch so grauenvoll, dass sie die Goldenen Himbeere für die schlechteste Schauspielerin redlich verdient hat. Was allerdings Kyle MacLachlan („Twin Peaks“, „Blue Velvet“) – mit ebenso schlechter Frisur – dazu bewogen hat, in diesem Film mitzuspielen, bleibt mir ein Rätsel.

Den Film zu bewerten, fällt schwer: Road House beispielsweise ist auch ein schlechter Film, wirkt aber um einiges sympathischer. So ist „Showgirls“ wohl irgendwo zwischen 1/10 (als Film, bei dem einfach alles schlecht ist) und 8/10 (als komödiantische Meisterleistung, die bei keinen Trash-Abend fehlen darf) einzustufen.

Wer die wohl lächerlichste Sexszene eines Films sehen will (es gleicht eher einem epileptischen Anfall), darf „Showgirls“ auf keinen Fall verpassen!

Advertisements