500 Days Of Summer

„This is a story of boy meets girl, but you should know upfront, this is not a love story.“

Das Genre der „Romantic Comedy“ ist von Natur aus problematisch. Der Zuschauer hat schließlich bestimmte Erwartungen und die müssen erfüllt werden. Zunächst sollen sich die beiden Helden über Umwege ineinander verlieben, doch kurz vor dem Ende muss etwas vermeintlich überraschendes geschehen, so dass das Glück des Paares für immer zerstört zu sein scheint (→ Spannung). Am Ende kommen die beiden aber doch zusammen und alles ist gut. Zwischendrin sorgen ein bis zwei Sidekicks für den nötigen Humor.

„500 Days Of Summer“, der Debütfilm von Marc Webb, ist da eine willkommene Abwechslung. Schon der Titel des Films erklärt, dass die Beziehung zwischen Tom Hansen (Joesph Gordon-Levitt, Inception) und Summer Finn (Zooey Deschanel) auf 500 Tage begrenzt ist; ein echtes Happy-End kann es für die beiden als Paar also nicht geben. Der Film erzählt nun in nicht chronologischer Reihenfolge und aus der subjektiven Sicht Toms die Beziehung der beiden – vom komplizierten Kennenlernen über das schmerzhafte Schlussmachen bis zur selbstmitleidtrunkenen Zeit danach.

Die Handlung ist also recht einfach gestrickt. Überzeugend wird „500 Days Of Summer“ durch die unzähligen kreativen Einfälle. Webb schiebt eine kurze Musical-Tanz-Nummer samt zwitscherndem Disney-Vögelchen ein, imitiert französische schwarz-weiß-Kunstfilme oder erzählt mit Split-Screen-Technik zwei alternative Versionen seiner Geschichte gleichzeitig. Dabei kann er sich stets auf seine beiden Hauptdarsteller verlassen, welche hervorragend miteinander harmonieren. Gordon-Levitt ist als Tom so charmant, dass sein fehlendes Glück beim anderen Geschlecht schon fast ein bisschen unglaubwürdig erscheint. Bei Zooey Deschanel frage ich mich immer, ob sie wirklich schauspielerisches Talent hat, oder einfach nur wirklich das hübsch anzusehende Mädchen ist, dass sie in ihren Filmen so oft verkörpert. Letztlich spielt es für diesen Film keine Rolle, als Summer ist sie die Idealbesetzung. Ihr Charakter wird mit zunehmender Laufzeit eigentlich unsympathischer, als Zuschauer versteht man trotzdem zu jedem Zeitpunkt Toms Faszination.

Der Soundtrack, bestehend aus Liedern von Künstlern wie beispielsweise The Smiths, Regina Spektor, Carla Bruni oder Feist unterstützt den Film zudem hervorragend. „500 Days Of Summer“ unterhält also ziemlich perfekt; trotzdem wurde ich das Gefühl nicht los, dass alles im Film ein bisschen zu „hip“ ist, dass das ganze Werk zu sehr auf „Indie“ getrimmt wurde. Das fängt schon bei der Kleidung der Protagonisten an und zeigt sich ebenso in Gesprächen über The Smiths. (Ein ähnliches Problem hatte ich auch bei Sam Mendes‘ Away We Go, der mir trotzdem gut gefallen hat.)

Letztendlich hat mich auch „500 Days Of Summer“ überzeugt, was für eine romantische Komödie schon eine besondere Leistung ist. Für die atemberaubend dämliche Schlussszene muss aber noch mindestens ein Punkt abgezogen werden. Deswegen:

8/10

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