Speed

„Speed“ ist für mich wohl der Actionfilm der 90er. Beim Wiederansehen 16 Jahre nach seiner Entstehung fällt mir allerdings vor allem auf, wie hanebüchen die ganze Story ist:

Der Psychopath Howard Payne (Dennis Hopper) platziert eine Bombe unter einem Bus. Diese wird aktiviert, wenn der Bus die Geschwindigkeit von 50 mph erreicht. Sobald der Bus wieder langsamer als 50 mph fährt, explodiert sie. Damit die Businsassen überleben, fordert Howard 3,7 Mio. Dollar. Polizist Jack Tavern (Keanu Reeves), Howards Erzfeind, macht sich auf, die Passagiere zu retten, wobei keiner den Bus verlassen darf, da die Bombe sonst ebenfalls detoniert. Nachdem der Busfahrer angeschossen wird, muss Fahrgast Annie (Sandra Bullock), den Bus durch L.A. lenken.

Hauptproblem von „Speed“ ist, dass fast jedes Ereignis nur stattfindet, um die Handlung zu einem weiteren, actionreichen Punkt zu treiben. Dass der Busfahrer angeschossen wird, macht handlungstechnisch nicht allzu viel Sinn, ermöglicht es aber, dass Sandra Bullock den Bus steuern kann und damit zum Love Interest von Keanu Reeves wird. Dass ihr Charakter Annie gegen Ende auf offener Straße bei der Geldübergabestelle herumsteht, ist ebenso herrlich unsinnig. Immerhin wird dadurch der große Showdown in der U-Bahn eingeleitet. Auch dass sowohl der Highway, als auch die U-Bahn-Strecke nicht fertig gebaut sind, dass man die U-Bahn nicht verlangsamen, aber beschleunigen kann, dass die U-Bahn über eine Rampe auf die Straße fliegt, . . . dient ausschließlich dazu, mehr Action in den Film zu packen.

Die Charaktere unterliegen einer groben schwarz-weiß-Zeichnung: Jack ist der coole Held, der fast ein bisschen zu cool ist. Howard ist der psychopathische Bösewicht, der eben etwas zu böse ist. (Immerhin hat Dennis Hopper das verrückte Filmpsychopathen-Lachen sehr gut geübt.) Jede einzelne Figur in „Speed“ ist eben nur eine Stereotyp.

Trotz aller Kritik macht „Speed“ Spaß, was vor allem an dem ungeheuren Tempo und der guten Action liegt. Um Freude am Film zu haben, sollte man sein Hirn aber für zwei Stunden ausschalten. Die Wertung, inklusive 90er-Nostalgie-Punkt:

5/10

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