Scream

Als „Scream“ 1996 in die Kinos kam, konnte keiner damit rechnen, dass ein billiger Slasher-Film weltweit mehr als 160 Mio. US-Dollar einspielen würde. Infolge dieses großen Erfolgs wurden haufenweise mehr oder weniger gelungene, ähnliche Teenie-Slasher-Filme produziert („I Know What You Did Last Summer“, „Urban Legends“, „Halloween H20“), die an die Klasse von „Scream“ jedoch nicht heranreichen konnten.

Die Handlung des Films erweist sich als genreüblich: Der Mord an der Schülerin Casey (Drew Barrymore in der legendären Eröffnungsszene) erschüttert die Kleinstadt Woodsboro. Als kurz darauf auch noch Sidney Prescott (Neve Campbell), eine Schülerin, deren Mutter vor genau einem Jahr ermordet wurde, vom scheinbar gleichen Täter angegriffen wird, sind alle überzeugt, dass ein Serienkiller sein Unwesen treibt. Nach und nach sterben einige Bewohner von Woodsboro. Auch die Fernsehreporterin Gale Weathers (eine überzeugende, da überraschend un“monica“-artige Courteney Cox) und der Polizist Dewey (David Arquette) mischen sich ins Geschehen.

„Do you like scary movies?“ – „What’s the point? They’re all the same, some stupid killer stalking some big-breasted girl who can’t act who is always running up the stairs when she should be running out the front door, it’s insulting.“

Was „Scream“ von anderen, zur selben Zeit entstandenen Werke abhebt, sind die gelungenen Dialoge und der daraus entstehende Humor. Die Charaktere kennen Horrorfilmklischees und versuchen sie zu vermeiden. Sie wissen, was man tun muss, um in einem Slasher-Film zu überleben. „Scream“ zitiert an unzähligen Stellen seine großen Vorbilder wie „Nightmare On Elm Street“, „Halloween“ oder „Friday The 13th“ und beglückt Freunde des Genres mit den zahlreichen Anspielungen. So überzeugt „Scream“ sowohl als Satire als auch als spannender Horrofilm.

Wie bei den meisten Filmen dieser Art, sind die Darsteller der Teenager allesamt etwa zehn Jahre zu alt, was der Glaubwürdigkeit nicht gerade zugute kommt. Außerdem gefallen mir persönlich Skeet Ulrich als Sidneys Freund und Hauptverdächtiger Billy sowie Matthew Lillard als Billys Kumpel Stu gar nicht: Ulrichs Billy schnellt gefühlt alle fünf Minute hinter eine Ecke hervor – unterlegt mit dramatischer Musik – und scheint sich nur leicht gebückt zu bewegen; vermutlich soll die Figur dadurch mysteriös und sexy wirken. Sie wirkt dadurch allerdings nur dämlich. Lillards Charakter ist entweder fürchterlich geschrieben oder er spielt seinen Stu einfach nur schrecklich überdreht – er wirkt jedenfalls wie ein ADHS-Clown auf Drogen; jede Szene mit ihm ist eine Qual.

Von ein paar Makeln abgesehen, ist „Scream“ aber immer noch ziemlich unterhaltsam. Viel mehr kann man von einem Teenie-Slasher nicht verlangen.

7/10

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