Despicable Me

Bei neuen Animationsfilmen, die nicht aus dem Hause Pixar stammen, bin ich immer etwas skeptisch: Auf Slapstick-Humor und popkulturelle Anspielungen wird meist mehr wert gelegt als auf eine originelle Handlung und die Filme machen auf mich oft einen recht lieblosen Eindruck. Gute Kritiken und ein begeistertes Publikum haben mich dann doch auf „Despicable Me“ neugierig gemacht. Und da die Erwartungen nicht sehr groß waren, wurde ich auch nicht enttäuscht.

Protagonist ist der Bösewicht Gru (Steve Carell), der mit seinen speziellen Waffen gerne Menschen schockgefriert oder auch kleine Kinder ärgert. Doch Gru hat ein Problem: Seit Vector (Jason Segel) die Cheops-Pyramide gestohlen hat, ist er nicht mehr der weltgrößte Schurke. Um wieder zu altem Ruhm zu gelangen, will er hoch hinaus – und den Mond stehlen. Damit dieser Plan funktioniert (und damit der süüüüß-Faktor des Films nach oben geschraubt wird), braucht er nicht nur die Hilfe von seinen kleinen, gelben Minions; er muss auch noch drei Waisenmädchen adoptieren. Wie es eben so ist, wird Gru im Laufe des Films vom Kinderschreck doch noch zum liebenden Vater.

Während in den ersten 20 Minuten auf recht plakative Weise die Figuren eingeführt werden und sich die Handlung noch weitgehend versteckt, beginnt „Despicable Me“ nach und nach doch noch Spaß zu bereiten. Manche Witze wollen einfach nicht zünden, anderen werden arg plump präsentiert („Bank Of Evil – formerly Lehman Brothers“); meistens wird man aber doch gut unterhalten. Gerade die Interaktion zwischen Gru und den Mädchen sorgt für Lacher. Der Star des Films ist sicherlich die von Einhörnern besessene Agnes – selten wurde das Kindchenschema so ausgereizt. Auch den Minions gehört zwar die ein oder andere gute Szene; sie verbreiten mit ihren Piepsstimmen aber doch auch immer wieder den Charme einer Jamba-Klingelton-Werbung.

„Despicable Me“ genügte mir zwar für einen unterhaltsamen Abend, meine Vorurteile gegenüber Nicht-Pixar-Animationsfilmen wurde aber dennoch bestätigt. Während Toy Story 3 vor allem eine Geschichte über das Erwachsenwerden und das Zurücklassen der Kindheit erzählt, bleibt „Despicable Me“ in erster Linie ein Slapstick-Film über einen Schurken, der den Mond stehlen will. Das reicht für kurzweilige Unterhaltung, hinterlässt aber nichts Bleibendes.

6/10

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