All The Boys Love Mandy Lane

Jahr für Jahr werden neue, billige Teenie-Slasher auf den Markt geworfen, die meist nach dem gleichen Muster funktionieren: Die Schauspieler sind definitiv keine Teenies mehr, sämtliche Frauen haben Traummaße, es gibt viel Alkohol und Sex, dann die ersten Morde und schließlich ist auch noch das Telefon tot. „All The Boys Love Mandy Lane“ ist da keine Ausnahme; trotzdem weiß das Debüt von Jonathan Levine zu gefallen.

Eine High School in Texas: Mandy Lane (Amber Heard) ist der Star der Schule. Jungs wollen ihr an die Wäsche, Mädchen wollen mit ihr befreundet sein. Doch Mandy kann mit all dem nichts anfangen, ihr einziger Freund ist der Außenseiter Emmet (Michael Welch). Auf einer Pool-Party überredet dieser einen Mitschüler, vom Hausdach in das Schwimmbecken zu springen, um Mandy zu beeindrucken. Die dumme Idee endet tödlich und Mandy wendet sich von Emmet ab. Neun Monate später machen sich Mandy und fünf ihrer Mitschüler auf den Weg zu einer Farm, die vom ehemaligen US-Marine Garth (Anson Mount) bewacht wird, um zu feiern. Wie könnte es anders sein: Bald gibt es Tote.

Innovativ ist das alles sicherlich nicht: Alle Frauen – mit Ausnahme von Mandy – sind dümmliche Schlampen, alle Männer sexgeile Idioten. Levine nimmt sich dennoch die erste Hälfte seines Films Zeit, um seinen Figuren ansatzweise so etwas wie Charakterzüge zu verleihen. Und dann kommt er zur Sache: Er hält sich nicht lange mit spannungsfördernden, aber ausgelutschten Horrorfilmelementen wie knarzenden Türen und vorbeihuschenden Schatten auf, sondern tut, was getan werden muss. Wer sterben soll, wird umgebracht – ohne lange Spielchen. Im Horroreinerlei ist das eine willkommene Abwechslung. Dass das Finale dann schließlich am helllichten Tag stattfindet, ist ein weiterer Pluspunkt. Der obligatorische Schlusstwist kann überraschen und macht den Film gleich deutlich interessanter. Zwar wirkt die Auflösung etwas konstruiert; im Rückblick finden sich aber doch einige Hinweise darauf im Verlauf des Films. Die Frage „Warum das alles?“ bleibt bedauerlicherweise trotzdem unbeantwortet.

Was „All The Boys Love Mandy Lane“ schließlich zum überdurchschnittlichen Genre-Beitrag macht, ist die atmosphärische Inszenierung, ein gelungener Soundtrack und Amber Heard. Der Film besticht durch stimmungsvolle Bilder, die mehr an ein Road-Movie der 70er Jahre als an einen Horrorfilm erinnern: Grobkörnige Aufnahmen der texanischen Sommerlandschaft lassen die gleißende Hitze spürbar werden. Die musikalische Untermalung ist – gerade für einen Film dieses Genres – beeindruckend gut. Sommerlich anmutende Lieder unterstützen die schönen Bilder. Und dann ist da noch Mandy selbst: Ein Film, in dem die Hauptfigur regelrecht vergöttert wird, würde ohne die passende Hauptdarstellerin kaum funktionieren. Amber Heard verkörpert die unnahbare, verschlossene High-School-Schönheit perfekt.

Ein Meisterwerk sollte man von „All The Boys Love Mandy Lane“ nicht erwarten; Teenie-Slasher bleibt schließlich immer noch Teenie-Slasher. Als solcher ist er aber doch überraschend gut.

6/10

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