What’s New Pussycat?

„What’s New Pussycat?“ ist eine knallbunte Komödie, die vor allem durch die Mitwirkenden Interesse weckt: Peter O’Toole, Peter Sellers und Romy Schneider sind in den Hauptrollen zu sehen; noch dazu stellt der Film Woody Allens (Annie Hall, Match Point) Kinodebüt dar – sowohl als Schauspieler, als auch als Drehbuchautor. Dass das Ergebnis trotzdem nicht voll und ganz überzeugen kann, liegt unter anderem an der überladenen Handlung:

  • Michael (Peter O’Toole) hat ein Problem: er liebt seine Freundin Carol (Romy Schneider), doch irgendwie kann er ihr nicht treu sein. Alle Frauen werfen sich ihm förmlich an den Hals und da kann er kaum widerstehen.
  • Er such deshalb den Psychoanalytiker Dr. Fritz Fassbender (Peter Sellers) auf, der mit Frauen auch kein Glück hat.
  • Fassbender ist in seine nymphomanische Patientin Renée Lefebvre (Capucine) verliebt, was seiner Frau vom Typ „korpulentes Kampfweib“ allerdings so gar nicht passt.
  • Lefebvre erwidert die Liebe des Therapeuten allerdings nicht, sie steht – wie eben alle Frauen – auf Michael.
  • Bei dem kündigen sich derweil Carols Eltern an, die auf eine baldige Hochzeit drängen.
  • Carol wiederum wird von Victor Shakapopulis (Woody Allen) umworben.
  • Zu allem Überfluss macht Michael auch noch die Bekanntschaft der Poetin Liz Bien (Paula Prentiss), bei der sich ein Selbstmordversuch an den nächsten reiht.
  • Und schließlich kommt zusätzlich die Sexbombe Rita (Ursula Andress) buchstäblich aus den Wolken gefallen und landet in Michaels Auto.

„You’ll like this group analysis, it’s a real freak show. If it gets dull, we sing songs.“

Eine Freak Show ist „What’s New Pussycat?“ in der Tat. Ein Charakter ist seltsamer als der andere und wenn im Finale schließlich alle zusammentreffen ist Chaos vorprogrammiert. Dieses Chaos ist immer wieder durchaus unterhaltsam, doch ein bisschen Ordnung hätte dem Film nicht geschadet. Einer verrückten Szene folgt die nächste, einige Witze zünden, andere nicht, und am Schluss weiß man gar nicht mehr, was man da gerade alles gesehen hat.

Und was man gesehen hat, ist auch lediglich eine Aneinanderreihung absurder Szenen, die kaum miteinander verbunden sind, sondern nur grob zu einem Film zusammengeschustert wurden. Überzeugend wird „What’s New Pussycat?“ schließlich durch die gut aufgelegten Darsteller, Tom Jones‘ swingenden Titelsong und den typischen Allen-Humor, den man in diesem Frühwerk schon entdecken kann.

Wer auf 60er Jahre, Slapstick-Humor und eine vollkommen hanebüchene Handlung steht, wird an „What’s New Pussycat?“ sicherlich seine Freude haben. Ein Meisterwerk sollte man aufgrund der namhaften Beteiligten allerdings nicht erwarten.

„Would you excuse me for a minute? I’m going into the bathroom to take an overdose of sleeping pills.“

6/10


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