Muriel’s Wedding

Friday night and the lights are low
Looking out for the place to go
Where they play the right music, getting in the swing
You come in to look for a king
Anybody could be that guy
Night is young and the music’s high
With a bit of rock music, everything is fine
You’re in the mood for a dance
And when you get the chance…

So besingt ABBA das junge, hübsche Mädchen, die Dancing Queen. Wie gerne wäre Muriel Heslop (Toni Collette, The Sixth Sense, Mary & Max) diese Dancing Queen. Doch Muriel ist ein bisschen zu dick, ein bisschen zu hässlich. Ihre „Freunde“ schämen sich für sie, ihr Vater (Bill Hunter) hält sie – genau wie den Rest ihrer Familie – für nutzlos. Sie ist arbeitslos und Single. Und so fristet sie ihr einsames Dasein im australischen Kaff Porpoise Spit, hört ABBA und träumt von ihrer großen Hochzeit.

Doch schließlich nutzt Muriel ihre große Chance: Mit dem Geld ihres Vaters fährt sie in den Urlaub und lernt die lebensfrohe Rhonda (Rachel Griffiths) kennen. Mit ihr geht sie nach Sydney und beginnt ein neues Leben als Mariel. Doch wie sie auf schmerzhafte Weise erkennen muss, hat die Wandlung von Muriel zu Mariel nicht nur positive Folgen.

„Muriel’s Wedding“ ist auf der einen Seite eine ziemlich typische Komödie: Selbstfindungsgeschichte der Protagonistin, Love-Story, Wandlung vom hässlichen Entlein zur nicht mehr ganz so hässlichen Ente, alles garniert mit Humor und dem typischen Zerwürfnis zweier zentraler Charaktere, das sich am Ende in Wohlgefallen auflöst. Doch andererseits ist „Muriel’s Wedding“ herrlich böse, gnadenlos ehrlich und emotional berührend, ohne je sentimentalen Kitsch zu servieren. Regisseur P.J. Hogan schickt Muriel durch eine verletzende Situation nach der anderen; sie wird gedemütigt und bloßgestellt, so sehr, dass das Zusehen schon fast schmerzhaft ist. Man leidet mit Muriel und freut sich mit ihr, wenn sie den australischen Dorf-Dummchen – und davon gibt es einige, schließlich ist der Film auch eine überspitzte Satire – die Jahre der Demütigungen heimzahlen kann.

Rhonda (Rachel Griffiths) und Muriel (Toni Collette) treten als ABBA auf

Großen Anteil am Erfolg von „Muriel’s Wedding“ haben die Darsteller. Es wäre ein Leichtes, den Charakter der Muriel der Lächerlichkeit preiszugeben, doch Toni Collette verkörpert Muriel glaubhaft und lässt den Zuschauer alle emotionalen Höhen und Tiefen fühlen. Mit der wunderbaren Rachel Griffiths („Six Feet Under“), die dem Film durch ihre Rhonda zusätzliches Leben einhaucht, harmoniert sie blendend. Und auch der Rest des Casts fügt sich hervorragend in den Film ein.

„Muriel’s Wedding“ hätte leicht zu einer peinlichen White-Trash-Komödie oder einer einfallslosen Liebesschmonzette verkommen können. Doch Hogan präsentiert toll aufgelegte Darsteller in einem witzigen und gleichzeitig berührenden kleinen Film.

8/10

You are the dancing queen, young and sweet, only seventeen
Dancing queen, feel the beat from the tambourine
You can dance, you can jive, having the time of your life
See that girl, watch that scene, dig in the dancing queen

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