Objectified

„Objectified“ ist nach „Helvetica“ der zweite Dokumentarfilm von Gery Hustwit. Er beschäftigt sich mit Produktdesign unterschiedlichster Art: Vom obligatorischen Stuhl über die Gartenzange bis hin zum modernen Apple-Produkt. Hustwit zeigt auf, wie viel Design in jedem noch so scheinbar unbedeutendem Alltagsprodukt steckt. In Interviewsequenzen lässt er verschiedenen Koryphäen auf dem Gebiet des Produkt- und Industriedesigns zu Wort kommen.

Doch wen genau „Objectified“ ansprechen will, erschließt sich mir nicht: Der Filmemacher hat offensichtlich Ahnung von guten Design, die Interviewpartner sowieso und der Zuschauer wird auch nur mit einem Grundinteresse, wenn nicht sogar einer gewissen Bewunderung für die gezeigte Thematik und ihre Persönlichkeiten überhaupt zum Film finden. Erkenntnisse, die über Phrasen wie „Design ist zeitlos“ oder „Design muss emotional berühren“ hinausgehen, bietet der Film jedoch kaum. Stellenweise wirkt das Ganze gar wie eine kollektive Selbstbeweihräucherung: Hustwit demonstriert seinen guten Geschmack, die Designer loben ihre Produkte und der Zuschauer kann sich selbst bestätigt fühlen.

Zwischendurch bietet „Objectified“ sicherlich interessante Einblicke und unterhält beispielsweise mit der Dieter Rams-Sequenz hervorragend; und auch die Idee, das Design hinter Alltagsgegenständen aufzudecken, könnte man als gelungen betrachten. Doch eine Gartenzange wird leider auch nicht spannender, wenn es sich um eine verdammt gut designte Gartenzange handelt.

4/10

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