A Tale Of Two Sisters (Janghwa, Hongryeon)

„A Tale Of Two Sisters“ wirkt wohl am besten, wenn man möglichst wenig über den Plot weiß. Deshalb will ich mich an dieser Stelle kurz fassen: Der Film eröffnet in einer Psychiatrie. Ein Mädchen scheint höchst verstört zu sein. Kurz darauf (oder passiert alles zuvor?) steigen zwei Mädchen aus einem Auto und ziehen wieder in das Landhaus ihres Vaters. Die Stiefmutter begrüßt sich überfreundlich, doch man merkt, dass das Verhältnis zwischen ihnen eisig ist. Soo-mi (Su-jeong Lim), die ältere der beiden Schwestern, scheint große Probleme mit Eun-joo (Jung-ah Yum), der Stiefmutter, zu haben. Warum sie sich nicht verstehen, ist zunächst unklar. Doch dann häufen sich mysteriöse Ereignisse und das Köpfchen des Zuschauers ist gefragt, ein schaurig-schönes Verwirrspiel aufzulösen.

Der Regisseur Jee-woon Kim inszeniert seine auf einem Volksmärchen beruhende Geschichte sehr undurchsichtig, voll von Symbolen und versteckten Hinweisen. Das überfordert zunächst, löst aber den Ehrgeiz aus, das präsentierte Rätsel zu lösen und lässt den Zuschauer dadurch den Film aufmerksam verfolgen. Genreuntypisch löst sich am Ende von „A Tale Of Two Sisters“ auch nicht alles in Wohlgefallen auf. Nach den knappen zwei Stunden durfte man zwar einige überraschende Wendungen erleben, bleibt aber trotzdem vor einigen Puzzlestücken zurück, die erst noch zusammengesetzt werden wollen.

Nicht nur ist es erfrischend, von einem Horrorfilm mal wieder zum Denken gebracht zu werden – auch der Film an sich ist sehr gelungen: Das durch und durch gemusterte Haus der seltsamen Familie erzeugt eine unheimlich Atmosphäre, die in wunderschönen Bildern eingefangen werden. Manche Einstellungen des Films wirken für sich genommen schon fast wie ein durchkomponiertes Kunstwerk. Schauspieler und musikalische Untermalung tragen ebenso zur Gesamtwirkung bei.

Auch wenn „A Tale Of Two Sisters“ weniger gruselig ist als einige andere Asia-Schocker, überzeugt der Film doch durch seine gelungene Geschichte, die eben mehr will, als nur zu gruseln. Kim erzählt eine düstere Geschichte um menschliche Abgründe, Trauer und Schuld, die auch als Drama zu überzeugen weiß.

8/10

 

Advertisements