Tucker & Dale vs Evil

Als Mitte der 90er Jahre Scream erschien, wurde zwar eine neue Ära des Slasherfilms eingeläutet, doch gleichzeitig waren die Filme oft mehr Parodie als harte Genrebeiträge. Die Charaktere waren sich den Regeln des Horrorfilms bewusst, gerade die Scream-Reihe funktionierte durch selbstreferenziellen Humor. Und dennoch folgten die Filme den Prinzipien des klassischen Horrorfilms. Tucker & Dale vs Evil ist nun die vollendete Parodie: Zwar muss auch hier ein hübscher junger Mensch nach dem anderen auf teilweise äußerst brutale Weise sterben – doch alle Tode sind auf ein großes Missverständnis zurückzuführende Unfälle.

Wie immer in Filmen dieser Art will eine Clique junger Leute feiern – sie suchen sich dafür das amerikanische Hinterland aus. Schon an einer „unheimlichen“ Tankstelle begegnen sie zum ersten Mal Tucker (Alan Tudyk) und Dale (Tyler Labine). Der Zuschauer weiß zu dem Zeitpunkt schon, dass die beiden harmlos sind und sie nur eine heruntergekommene Hütte renovieren wollen – doch die Collegekids sehen in ihnen direkt gefährliche Hillbillies. Als Tucker und Dale dann auch noch die hübsche Allison (Katrina Bowden) vor dem Ertrinken retten und dem Rest der Gruppe Botschaften wie „We have your friend“ hinterlassen, ist der Clique klar, dass die beiden nur irre Mörder sein können, die Allison töten wollen. Die daraufhin folgende Rettungsaktion läuft auf so irrwitzige Weise schief, dass bald fast alle Beteiligten blutig ums Leben gekommen sind.

Den meisten Spaß an Tucker & Dale vs Evil wird sicherlich haben, wer mit dem Backwood-Horror à la The Texas Chainsaw Massacre,The Hills Have Eyes oder Wrong Turn, in denen (gerne auch durch Inzest degenerierte) Hillbillies Menschenjagd machen, vertraut ist. Tucker & Dale vs Evil parodiert diese Genre und zollt ihm gleichzeitig Respekt. Im Mittelpunkt steht dabei neben den kreativen Todesfällen vor allem das titelgebende Duo. Tudyck und Labine harmonieren perfekt zusammen, wobei vor allem dem schüchterne Dale die meisten Witze gehören.

Tucker & Dale vs Evil ist sicherlich albern und verlangt keine Hirnakrobatik, doch ein humorvolle Parodie und ein brutaler Splatterspaß ist Erstlingsregisseur Eli Craig auf jeden Fall gelungen.

7/10

Advertisements