Rise Of The Planet Of The Apes

Rise Of The Planet Of The Apes, der im Deutschen den etwas dämlichen Titel Planet der Affen: Prevolution trägt, überraschte die Filmwelt mit positiven bis begeisterten Kritiken und weckte dadurch auch mein Interesse. Die taz meinte gar, der Film würde „die Intelligenz ins Popcorn-Kino“ zurückbringen. Das ist zwar nicht nur übertrieben, sondern eine glatte Lüge, doch für einen unterhaltsamen Abend taugt das Planet Of The Apes-Prequel doch.

Im Originalfilm aus den 60er Jahren stürzt der Astronaut Taylor (Charlton Heston) auf einem Planeten ab, der von Affen regiert wird. Am Ende muss er feststellen, dass sich die Affenzivilisation, die sich Menschen als Sklaven hält, auf dem Planeten Erde entwickelt hat. Wie kam es dazu? In Rise Of The Planet Of The Apes ist die menschliche Zivilisation noch intakt. Der geniale Forscher Will Rodman (James Franco, 127 Hours, Howl) entwickelt ein Medikament, dass die Alzheimer-Krankheit heilen soll und forscht dafür an Affen. Kurz vor der Genehmigung, das Medikament auch an Menschen zu testen, dreht die Schimpansin Bright Eyes, die durch Wills Medikament eine überdurchschnittliche Intelligenz entwickelt hat, durch und muss getötet werden. Will nimmt ihr Baby, den Affen Caesar (Andy Serkis) auf und stellt bald fest, dass er die außergewöhnliche Intelligenz von seiner Mutter geerbt haben muss. Zudem testet er sein Medikament an seinem dementen Vater (John Lithgow) und erzielt erstaunliche Wirkungen. Doch bald ist Caesar erwachsen und kann im eingeschränkten Umfeld der Vorstadt nicht mehr leben. Er landet in einem brutalen Tierheim. Von dort beginnt die Revolution.

Etwas überraschend, weil die Werbung Gegenteiliges suggeriert, geht es in Rise Of The Planet Of The Apes nicht um intelligente Affen, die irgendwann alle Menschen töten wollen. Der Film erzählt vom Freiheitskampf der Affen und schlägt sich damit voll und ganz auf die Seite der tierischen Protagonisten. Die Bösen sind die Menschen; selbst Will, eigentlich als Sympathieträger konzipiert, erkennt zu spät, dass er jahrelang Affen gequält und sich damit trotz positiver Intentionen schuldig gemacht hat.

Damit bleiben als Identifikationsobjekte nur noch die Affen, allen voran Caesar. Und obwohl die intelligenten Tiere hin und wieder doch unfreiwillig komisch und nie komplett glaubwürdig sind, funktioniert der Film auf dieser Ebene doch erstaunlich gut. Noch unglaubwürdiger als die beeindruckend animierten Affen ist nämlich James Franco als Superwissenschaftler. Wie bei seiner recht peinlichen Moderation der Oscarverleihung, wirkt er auch hier eher etwas zugedröhnt. Immerhin hat sein Charakter eine Existenzberechtigung. Davon kann Freida Pinto (Slumdog Millionaire) nur träumen: Ihre Figur ist so unwichtig, dass ich mich gar nicht an ihren Namen erinnern kann. Sie sieht hübsch aus, gibt bedeutungsschwangere Sätze wie „Some things aren’t meant to be changed“ von sich, ist aber für die Handlung komplett irrelevant.

Rupert Wyatts Inszenierung des Anfangs des Untergangs der menschlichen Zivilisation kommt hinsichtlich der Charaktere doch recht platt daher und macht es sich auch handlungstechnisch stellenweise zu leicht. Doch spannend ist die Frage, wie die Affen denn nun an die Macht kommen, allemal und Rise Of The Planet Of The Apes gibt die Antwort auf unterhaltsamste Weise.

6/10

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