Being John Malkovich

Craig Schwartz (John Cusack), ein begnadeter Puppenspieler, muss feststellen, dass seine ernsten Stücke kein Publikum finden. Auf Anraten seiner Frau Lotte (Cameron Diaz), die ihr gemeines Zuhause schon fast in einen Zoo verwandelt hat, sucht er sich einen Job. Fündig wird er bei LesterCorp, einer Firma, die im 7 1/2. Stockwerk eines New Yorker Hochhauses sitzt. Zwar kann man nur gebückt gehen, und der durch die ungeheure Kraft von Karottensaft mittlerweile 105 Jahre alte Dr. Lester (Orson Bean) denkt ständig nur an Sex, dafür findet Craig Gefallen an seiner verführerischen Kollegin Maxine (Catherine Keener, Living In Oblivion) – das Interesse bleibt jedoch einseitg. Das Schicksal scheint gegen Craig zu sein. Doch dann findet er hinter einem Aktenschrank ein Portal, dass jedem erlaubt, 15 Minuten lang der Schauspieler John Malkovich zu sein, nur um dann neben einer Autobahn in New Jersey wieder ins normale Leben geworfen zu werden. Die außergewöhnliche Erfahrung machen Craig und Maxine zum Geschäft und bald stehen die Kunden Schlange.

Maxine (Catherine Keener) und Craig (John Cusack) im 7 1/2. Stockwerk

Being John Malkovich unterhält schon allein aufgrund seiner absolut wahnsinnigen Grundidee von Drehbuchautor Charlie Kaufman (Eternal Sunshine of the Spottes Mind, Synecdoche, New York) blendend. Zudem spielt Kaufman mit der Bedeutung der Identität, mit dem Wunsch, eine andere Person zu sein: Craig kann wegen der Gesellschaft nicht der Puppenspieler sein, der er gerne wäre; Lotte weiß nachdem sie Maxine kennenlernt nicht mehr, ob sie nur lesbisch ist, oder doch vielleicht gerne ein Mann wäre; Dr. Lester will nicht altern, sogar ewig leben – die Lösung für alle heißt John Malkovich. Der wiederum will einfach nur seine Ruhe und scheint selbst von seiner öffentlichen Identität als Schauspieler genervt zu sein.

Spike Jonze kann in seinem Regiedebüt auf einige wunderbare Schauspieler und eine kaum erkennbare Cameron Diaz setzen, die selten so gut war wie hier. Vor allem John Malkovich hat sichtlich Spaß an seiner Rolle des von anderen kontrollierten Malkovichs. Alles wäre so wunderbar, wäre Being John Malkovich zusätzlich noch emotional packend. So verfolgt man das skurrile Treiben, die Liebschaften und Seitensprünge vergnügt, ist von der verspielten Regie Jonzes begeistert – doch die Figuren interessieren kaum. Being John Malkovich ist ein kreatives Meisterwerk, ein filmisches allerdings nicht ganz.

8/10

Advertisements