Colombiana

Colombiana ist ein Action-Spektakel von Oliver Megaton, dessen wohl bekanntester Film Transporter 3 ist. Jetzt schon sollten Zweifel an der Qualität von Colombiana aufkommen. Wer sich von der Mitarbeit Luc Bessons doch noch etwas erhofft – immerhin war der Film in einer frühen Planungsphase als Fortsetzung zum Klassiker Léon – Der Profi konzipiert – wird enttäuscht werden.

Erzählt wird die recht unglaubwürdige Geschichte der zehnjährigen Cataleya (Amandla Stenberg), deren Eltern vor ihren Augen von Handlangern des Gangsterbosses Don Luis (Beto Benito) getötet werden. Cataleya flüchtet zu ihrem Onkel, der sie zur Killerin ausbildet. 15 Jahre später steckt Cataleya (Zoe Saldana, Avatar) mitten in ihrem Rachefeldzug, dessen letztes Ziel Don Luis ist.

Als Colombiana in der Sneak Preview startetet, war meine Enttäuschung zunächst groß. Doch nach und nach war ich fasziniert, wie kalkuliert ein Film sein kann. Die Handlung ist an Komplexität kaum zum unterbieten und nur um einige nett anzusehende Standard-Action-Sequenzen und eine hübsche Hauptdarstellerin herumkonstruiert. Um männliche Bedürfnisse zu befriedigen, muss sich Saldana immer wieder leicht bekleidet vor der Kamera räkeln; damit Frauen nicht zu kurz kommen, fährt Colombiana nach jeder Actionszene dann kurz auf der Emotionsschiene. Die musikalische Untermalung ist so plump, dass sie ihren Zweck, die Emotionen des Publikums zu steuern, nie verheimlichen kann.

Colombiana mag für kurzweilige Unterhaltung sorgen; das schaffen aber andere Actionfilme auch, ohne dermaßen lieblos und konstruiert daherzukommen (Hanna). Megaton hält sein Publikum für dumm, schert sich nicht um Logiklöcher und produziert so filmischen Müll, der zwar hirnlos unterhält, aber schnell wieder vergessen sein wird.

2/10

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