The Omen

Rom am 6. Juni, 6 Uhr morgens: Katherine Thorn (Lee Remick) bringt ein Kind zur Welt, welches fast unmittelbar nach der Geburt stirbt. Ihr Mann Robert (Gregory Peck), bald der amerikanische Botschafter in London, weiß, dass seine Frau den Verlust nicht verkraften wird. Von einem Priester lässt er sich davon überzeugen, ein zeitgleich geborenes Kind aufzunehmen, dessen Mutter bei der Geburt verstarb. Katherine soll davon nichts erfahren. In London scheinen die Thorns eine glückliche Familie zu sein, der kleine Damien entwickelt sich prächtig. Doch dann häufen sich ungewöhnliche Vorfälle: Während einer Feier erhängt sich Damiens Kindermädchen, Tiere brechen in der Gegenwart des Kleinen in Panik aus und schließlich will ein Priester Robert davon überzeugen, dass sein Sohn der Antichrist sei.

Warum The Omen heute als Klassiker gilt, lässt sich leicht nachvollziehen. Richard Donner schafft mit seinen kühlen Bildern eine bedrohliche Atmosphäre, Gregory Peck und Lee Remick verkörpern die verunsicherten Eltern glaubhaft, der oscarprämierte Score von Jerry Goldsmith klingt einzigartig und lässt aus den zahlreichen seltsam Vorfällen im Umfeld Damiens erst den Horror im Kopf des Zuschauers entstehen. Die Gewaltausbrüche gewinnen durch den sparsamen Einsatz an Wirkung. Und dennoch: Insbesondere im Horrorgenre merkt man, dass sich die Sehgewohnheiten in den letzten 30 Jahren verändert haben. The Omen überzeugt handwerklich und doch hält sich der Grusel in Grenzen. Die nach Italien und Israel führende Suche nach weiteren Hinweisen zum Aufstieg des Antichristen fesselt zwar; hätte man den Zuschauer bezüglich Damiens Identität allerdings etwas mehr im Dunkeln gelassen, wäre The Omen heute vielleicht nicht nur ein Klassiker, sondern auch ein großartiger Film.

7/10

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