Invasion Of The Body Snatchers (1978)

Schon im Vorspann stellt Invasion Of The Body Snatchers klar, dass eine Alieninvasion das Thema des Films ist. Die Aliens haben jedoch keine menschlichen Züge: Sie kommen als Samen vom All auf die Erde und bilden parasitäre Pflanzen. Bedrohlich wirkt das zunächst nicht, doch innerhalb weniger Tage behaupten immer mehr Bewohner San Franciscos, dass Angehörige nicht mehr sie selbst seien, dass sie wie ausgetauscht, völlig emotionslos und apathisch wirken. Eine von ihnen ist Elizabeth Driscoll (Brooke Adams), die ihren Ehemann eines Morgens kaum mehr wiedererkennt. Elizabeth arbeitet zusammen mit Matthew Bennell (Donald Sutherland, Don’t Look Now) bei der Gesundheitsbehörde, doch er glaubt ihr zunächst nicht. Als bei Nancy (Veronica Cartwright, Alien) und Jack Bellicec (Jeff Goldblum) ein Körper auftaucht, der Jack ähnelt und aussieht, als wäre er von Spinnweben überzogen, ist es für einen Kampf gegen die mittlerweile zahlreichen Menschenduplikate schon fast zu spät.

Invasion Of The Body Snatchers ist ein Remake des gleichnamigen Films aus den 50er-Jahren und eine weitere Adaption des Romans von Jack Finney. Kann der Roman und seine erste Verfilmung im Kontext der Entstehungszeit wahlweise als Allegorie auf die scheinbar drohende Infiltration der Kommunisten oder als Warnung vor der Kommunistenhatz des McCartyisms angesehen werden, fehlt dem Remake zunächst der politische Bezug. Doch nach Watergate brauchte Paranoia kein konkretes Ziel mehr; das Vertrauen in die Politik war verloren. Nicht umsonst verlegt Philip Kaufman seine Version der Geschichte von der Kleinstadt in die Metropole: Hilfe und Unterstützung, etwa von Nachbarn, sollten in der Großstadt nicht erwartet werden.

Inszenatorisch gekonnt zeigt uns Kaufman das Bild San Franciscos, das nur scheinbar normal aussieht. Wir sehen die Straßen durch eine zersplitterte Scheibe, die Kamera begibt sich in Schräglage; die Bilder zersplittern den Alltag, entrücken ihn aus seiner Natürlichkeit – und zeichnen dadurch die Paranoia der Charaktere nach, die nicht mehr wissen, wer um sie herum noch Mensch ist. Unterstützt wird die Atmosphäre durch eine stellenweise avantgardistisch anmutende musikalische Untermalung, die erneut Elemente des Alltags – das Ticken einer Uhr, das Belegtzeichen des Telefons – benutzt, sie als spannungsfördernden Score einsetzt und sie dadurch in einen Kontext der Bedrohung setzt.

Invasion Of The Body Snatchers, der den etwas irreführenden deutschen Titel Die Körperfresser kommen trägt, stellt sich letztlich selbst ein Bein, da die Ausweglosigkeit der Situation relativ bald unüberwindbar scheint und die Spannung dadurch nicht weiter gesteigert werden kann. Ein hervorragend umgesetzter und bewundernswert konsequenter Thriller, der mit filmischen Mitteln eine Atmosphäre der Angst und Paranoia schafft, ist Invasion Of The Body Snatchers aber trotzdem.

8/10

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