Anatomie

In dem in den 90er Jahren durch den Erfolg von Scream losgetretenen Slasher-Film-Revival durfte natürlich auch das Blut für den deutschen Markt nicht fehlen. Während sich Flashback – Mörderische Ferien mit diversen Soap-Stars als Fest für Trashfilm-Liebhaber entpuppte, konnte Anatomie tatsächlich talentierte junge Darsteller aufweisen.

Im Mittelpunkt steht die von Franka Potente (die kurz zuvor durch Lola Rennt zu Bekanntheit gelangte) dargestellte Medizinstudentin Paula Henning, die, nachdem ihr ein Bekannter als Leiche in ihrem Anatomiekurs wiederbegegnet, einer Verschwörung auf die Spur kommt: Ein alter Geheimbund geht wortwörtlich über Leichen, um die Forschung voranzutreiben.

Gegen die etwas abstruse Handlung können zwar auch die Darsteller nicht anspielen, doch immerhin wurde der Plot nicht nur um kreative Morde herumkonstruiert. Größtenteils ist Anatomie ein recht spannender Thriller, erst gegen Ende verfällt der Film den Genrekonventionen und zeigt die Jagd auf die Opfer. Insgesamt weicht Anatomie genug von den amerikanischen Vorgängern ab, um nicht nur als müder Abklatsch abgestempelt zu werden. Viel Neues hat Stefan Ruzowitzkys Film aber auch nicht zu bieten und ist somit unterhaltsame Genrekost – nicht mehr und auch nicht weniger.

5/10

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