Sherlock Holmes: A Game Of Shadows

Die erste Frage, die sich mir nach Sherlock Holmes: A Game Of Shadows stellte: Warum muss man Sherlock Holmes als Actionfilm inszenieren? Wer sich damit nicht anfreunden kann, sollte auf die beiden Holmes-Filme mit Robert Downey Jr. in der Titelrolle wohl verzichten. (Und vielleicht hätte ich das auch tun sollen.)

Im Spiel im Schatten trifft Holmes nun auf seinen Erzfeind Professor Moriarty (Jared Harris), der durch eine Serie vom Bombenanschlägen auf sich aufmerksam macht und einen Weltkrieg anzetteln will, von dem er profitiert. Einen ebenso großes Problem ist die anstehende Hochzeit von Dr. Watson (Jude Law, Closer), die Holmes mit großem Misstrauen beäugt und in ihm einen Sturm von Eifersuchtsgefühlen auslöst.

Die Dynamik zwischen Holmes und Watson gleicht der eines alten Ehepaares und sorgt hin und wieder für spaßige Momente. Ein Problem dagegen ist der Kriminalfall um Moriarty. Die Autoren täuschen zunächst Anspruch vor, indem sie ihre Geschichte arg wirr gestalten. So strecken sie die dünne Story auf über zwei Stunden Laufzeit und quer durch Europa aus. Unterhaltsam wird der Fall dann allerdings erst, sobald Moriartys Plan enthüllt ist und die beiden Gegner aufeinandertreffen.

Bis dahin muss man Guy Ritchies penetranten Regiestil ertragen, der insbesondere in Actionszenen aus dem scheinbar wahllosen Betätigen der slow-motion- und fast-forward-Tasten besteht. (Wie man Action richtig inszeniert zeigte zum Beispiel Kathryn Bigelow in ihrem oscargekrönten The Hurt Locker oder der jüngst in Cannes ausgezeichnete Nicolas Winding Refn in Drive.)

Sherlock Holmes: A Game Of Shadows funktioniert als Actionfilm für mich überhaupt nicht und als Screwball-Komödie zwischen Holmes und Watson immerhin besser als als Detektivgeschichte – für einen Film über den berühmtesten Detektiv der Welt ist das allerdings ein Armutszeugnis.

4/10

 

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