The Grey

Viel Glück scheine ich mit Sneak Previews nicht zu haben: Im Vergleich zum Debakel Colombiana wies The Grey zwar einige Qualitäten auf, war jedoch trotzdem noch weit davon entfernt, ein guter Film zu sein.

Im Mittelpunkt steht der in den letzten Jahren zu Actionstar avancierte Liam Neeson (Kinsey) als Ottway, ein depressiver Bohrarbeiter eines Ölunternehmens. Als er sich mit seinen Kollegen von Alaska auf den Heimweg macht, stürzt sein Flugzeig im Nirgendwo ab. Die wenigen Überlebenden sind umgeben von viel Schnee, und, wie sich bald herausstellt, hungrigen Wölfen. Ottway entwickelt sich bald zum Anführer der Gruppe, doch die Situation scheint hoffnungslos.

Und so kommt The Grey für amerikanische Verhältnisse angenehm nihilistisch daher, doch leider auch überraschend langweilig. Stellenweise will The Grey ein Tierhorrorfilm im Stil von Der weiße Hai sein, hat aber bis auf ein paar gelungenen Schockmomente wenig Spannung zu bieten. Zwischendurch versucht man sich dann am philosophischen Drama, füttert die blassen Charaktere gegen Ende noch mit Hintergrundgeschichten, kann dann aber auch keine Bindung mehr zu ihnen erzeugen. Die Kombination vor Horror und Drama kann hervorragend funktionieren (A Tale Of Two Sisters, Let The Right One In), im Fall von The Grey behindern die dramatischen Komponenten die Spannungsentwicklung, während die dämliche Handlung im Horrorteil die Ernsthaftigkeit des Films einschränkt und jegliche Tiefgründigkeit im Keim erstickt. Am ehesten ist The Grey ein Abenteuerfilm, der seine Charaktere beim Kampf um ihr Überleben beobachtet. Dumm nur, dass man bis zum Schluss kaum Interesse für die Männer aufbringt und das Geschehen so nur recht teilnahmslos verfolgen kann.

Was übrig bleibt, sind atmosphärische Landschaftsaufnahmen des verschneiten Alaskas, ein hervorragend inszenierter Flugzeugabsturz und Schauspieler, die ihre Rollen zumindest glaubhaft verkörpern können.

3/10

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