The Hunger Games

Viel sprach zunächst nicht für The Hunger Games: Die als Franchise geplante Verfilmung eines Jugendbuchbestsellers, dessen Hauptdarsteller ein Liebesdreieck versprechen, erinnert doch stark an Twilight. (Hinzu kommt ein wirklich hässliches Logo.) Doch nach den ersten Kritiken pendelte sich Gary Ross‘ SciFi-Film bei einem RottenTomatoes-Score von etwa 90% ein; ein Kritiker meinte sogar, den besten Science-Fiction-Film seit The Matrix gesehen zu haben. Und so wurde ich doch neugierig und kaufte Kinokarten.

Mit der Vorlage war ich wenig vertraut. Der Film zeigt eine Zukunft, in der es zwölf Distrikte gibt. Die ökonomischen Bedingungen scheinen zwischen den einzelnen Distrikten höchst unterschiedlich zu sein. Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence), die Heldin des Films, stammt aus dem Distrikt 12. Sie kann jagen, mit Pfeil und Bogen umgehen; sie muss dies können, um ihre Familie zu versorgen. Die diktatorische Regierung im Capitol veranstaltet jährlich die Hunger Games. Aus jedem Distrikt werden ein Junge und ein Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren ausgelost. Die 24 Kandidaten kämpfen in einer im Fernsehen übertragenen Show um ihr Überleben. Doch siegen wird nur einer. Als Katniss‘ kleine Schwester Prim für den Kampf bestimmt wird, meldet sich Katniss an ihrer Stelle als Freiwillige. Sie lässt ihren Freund Gale (Liam Hemsworth) zurück und reist mit Peeta (Josh Hutcherson, The Kids Are All Right) ins Capitol.

Was mir nicht gefallen hat:

  • Zu Beginn erinnert die Kameraführung in den schlimmsten Momenten an The Blair Witch Project. Alles wackelt, die Schnitte sind zu schnell. Authentizität ist das Stichwort, doch Kopfschmerz das Ergebnis.
  • Das Capitol und seine Bewohner sehen aus, wie man sich in den 80er Jahren die Zukunft vorstellte.
  • Das Liebesdreieck funktioniert nicht – Gale interessiert nicht, weil er kaum zu sehen ist, Peeta ist präsenter, aber absolut uncharismatisch – und wird gegen Ende arg schmalzig.

Was mir gefallen hat:

  • Die Grundidee ist nicht neu (Battle Royale), aber immer wieder spannend und hier lobenswert konsequent umgesetzt.
  • Jennifer Lawrence gibt eine Actionversion ihrer Ree Dolly aus Winter’s Bone und macht das wie zu erwarten großartig.
  • Und schließlich weiß der Film zu unterhalten. Nicht wie Twilight durch unfreiwillig komisch Dialoge, sondern mit seiner Geschichte.

The Hunger Games (Die Tribute von Panem) hätte nicht zweieinhalb Stunden laufen müssen; die Teenie-Vorlage merkt man dem Film auch an. Den besten Science-Fiction-Film seit The Matrix habe ich hier sicherlich auch nicht gesehen (der Preis geht an Moon), und doch darf man sich auf die Fortsetzungen freuen – in der Hoffnung, dass die Liebesgeschichte nicht weiter in den Mittelpunkt rückt.

7/10

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