Crazy, Stupid, Love.

Was die Welt nun wirklich nicht braucht, sind mehr romantische Komödien. Jedes Jahr beleidigen Sarah Jessica Parker, Kate Hudson oder Katherine Heigl mit schlechten Filmen die Intelligenz des Publikums. Hin und wieder bereichern dann doch kleine Perlen wie Punch-Drunk Love oder 500 Days Of Summer das Genre, gerade weil sie seine Grenzen neu ausloten. Soweit geht Crazy, Stupid, Love. zwar nicht, doch der Film funktioniert als Komödie bestens – und kann sich auch in seinen dramatischen Momenten weitestgehend sehen lassen.

Steve Carell gibt den Durchschnittsamerikaner Cal Weaver, der mit seiner Frau Emily (Julianne Moore) seit mehr als 20 Jahren verheiratet ist. Doch in den letzten Jahren ließ er sich gehen, wurde zunehmender langweiliger – und eines Abends gesteht ihm Emily eine Affäre mit ihrem Kollegen David Lindhagen (Kevin Bacon) und fordert die Scheidung. In Selbstmitleid versunken treibt sich Cal fortan in Bars herum, wo er den Womanizer Jacob (Ryan Gosling) trifft. Der will Cal dabei helfen, seine Männlichkeit wieder zu finden und versucht selbst, bei der angehenden Anwältin Hannah (Emma Stone) zu landen. Diese scheint jedoch als einzige Frau seinem Charme widerstehen zu können. Das dritte potentielle Pärchen ergibt sich aus Robbie (Jonah Bobo), dem 13-jährigen Sohn der Weavers, und Jessica (Analeigh Tipton), seinem um vier Jahre älterem Kindermädchen.

Das besondere an Crazy, Stupid, Love. ist vielleicht, dass der Film voll von gutherzigen Charakteren ist. Die betrügende Ehefrau, Cals Antagonist Lindhagen, oder Cals erster One-Night-Stand als frischer Single dargestellt von Marisa Tomei – man kann keinem wirklich böse sein. Drehbuchautor Dan Fogelman gesteht jedem seine Probleme zu, was die Charaktere ein Stück weit in der Realität verankert. Das macht den Film nicht unbedingt tiefgründig, aber lässt zumindest die dramatischen Komponenten funktionieren und Crazy, Stupid, Love. stellenweise gar romantisch erscheinen.

Der Film hat auch seine Probleme: Emma Stones Charakter will sich anfangs nicht recht in die Handlung einfügen – harmoniert aber später dafür umso besser mit Goslings Frauenheld -, gegen Ende schleichen sich einige Längen und etwas Kitsch in die Handlung ein, und überhaupt muss ein Film dieses Genres nicht annähernd zwei Stunden dauern. Doch dafür kann Crazy, Stupid, Love. ein glänzendes Darstellerensemble aufweisen: Julianne Moore (Magnolia, Far From Heaven) wertet jeden Film auf, Ryan Gosling (Blue Valentine, Drive) ist der geborene Charmeur, die großartige Marisa Tomei (The Ides Of March) erweist sich in ihren wenigen Szenen als wahrer scene stealer, und auch die jugendlichen Darsteller, obwohl in der Werbekampagne ignoriert,  haben einen nicht unwesentlichen Anteil am Erfolg des Gesamtwerkes.

Crazy, Stupid, Love. bleibt in den Grenzen seines Genres, nutzt seinen Spielraum hier aber maximal aus und bietet damit sympathische Unterhaltung.

7/10

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