My Week With Marilyn

Marilyn Monroe ging nicht unbedingt als talentierte Schauspielerin in die Geschichte ein: Sie war Star, Sexsymbol, Verführerin, mittlerweile ist sie eine Legende. My Week With Marilyn versucht dem Phänomen Monroe durch eine angeblich wahre Begebenheit gerecht zu werden, scheitert aber an einer braven, bisweilen langweiligen Inszenierung und einer fernsehfilmähnlichen Geschichte, die an die Größe der Monroe nicht heranreicht.

Wir lernen Marilyn Monroe (Michelle Williams) durch den 23-jährigen Colin Clark (Eddie Redmayne) kennen, ein Niemand aus reichem Haus, der es zu einer Stelle als 3. Assistent des Schauspielers und Regisseurs Laurence Olivier (Kenneth Brannagh) schafft. Der dreht gerade The Prince And The Showgirl mit Monroe in der Hauptrolle. In den wenigen gemeinsamen Tagen entwickelt sich zwischen Colin und Marilyn eine Beziehung, die nur scheitern kann.

Williams (Synecdoche, New York, Blue Valentine) erspielte sich als Ikone Marilyn Monroe ihre dritte Oscarnominierung und glänzt tatsächlich als verunsicherte, tablettenabhangige und gleichzeitig strahlende Marylin, die sich ihrer Verführungskünste durchaus bewusst ist – ihrer Schauspielkünste allerdings nicht so sehr. Michelle Williams bringt uns eine Person nahe, die wohl auch im Privaten oft Schauspielerin war und zieht die Aufmerksamkeit gänzlich auf ihre Figur. Ist Marilyn zu sehen, lassen sich die Schwächen des Films übersehen. Leider überzeugt der Rest von My Week With Marilyn kaum. Darsteller wie Judi Dench (Jane Eyre), Julia Ormond, Dominic Cooper oder Emma Watson verblassen in unterentwickelten Rollen und Eddie Redmayne kämpft gegen seinen gänzlich uninteressanten Protagonisten.

My Week With Marilyn macht Spaß, sobald die Marilyn-Magie versprüht wird. Dem Film fehlt es aber dennoch an Ecken und Kanten, dem gewissen Etwas, dem Charme, der Norma Jean Baker zur weltweiten Ikone machte.

6/10

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