Picnic at Hanging Rock

Picnic at Hanging Rock ist ein Klassiker des australischen Kinos. Liest man über den Film, werden in der Regel die unheimliche, schlafwandlerische Atmosphäre, sowie die wunderschönen Aufnahmen erwähnt – oder es gibt eine Diskussion über die (nicht vorhandene) Auflösung der Filmhandlung. Diese wird im Grunde schon auf dem Poster zusammengefasst: Am Valentinstag des Jahres 1900 bricht eine Gruppe Mädchen aus einem Internet zu einem Picknick auf. Doch einige dieser Mädchen werden für immer verschwinden.

Was ich bemerkenswert finde:

  • Schon in den ersten Minuten erzeugt Peter Weir eine ungeheure sexuelle Spannung. Das Mädcheninternet strotzt nur so vor sexueller Energie. Am Hanging Rock habe ich schon fast einen lesbischen Softporno erwartet, zu dem der Film aber doch nie geworden ist.
  • Picnic at Hanging Rock schafft es, eine Stimmung des Unwohlseins aufzubauen – bis wieder Panflötenmusik erklingt. (Gibt es ein schlimmeres Instrument?) Dann herrscht eher eine Stimmung des Schmerzes und die Mädchen werden in meinen Augen zu esoterischen Spinnerinnen.
  • Der Film gewinnt durch die fehlende Auflösung tatsächlich hinzu: Schreckliche Dinge passieren, einen Sinn dahinter muss es nicht geben. Noch im Anschluss hatte ich Gänsehaut, wenn ich an die stehengebliebenen Uhren oder die sich gleichenden Kopfverletzungen dachte.

Und so stehe ich dem Picknick am Valentinstag zwiegespalten gegenüber: Der Film ist eine Augenweide und durchaus atmosphärisch (auch wenn L’année dernière à Marienbad in dieser Hinsicht besser funktioniert), reißt mich aber durch das furchtbare Panflötengedudel aus der Stimmung und langweilt dann erstmal ein bisschen. Für Panflötenhasser deswegen kaum geeignet.

6/10

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