Heathers

Das ziemlich fürchterliche Poster von Heathers lässt eine 80er-Teenie-Romanze vermuten, doch der Film selbst ist eine bitterböse Satire des amerikanischen High-School-Systems, der Gier nach Popularität – und Teenager-Selbstmorden.

Die Westerberg High wird von den Heathers regiert: Heather Chandler (Kim Walker), Heather McNamara (Lisanne Falk), Heather Duke (Shannen Doherty) und Veronica Sawyer (Winona Ryder, The Crucible). Letztere heißt zwar nicht Heather, gehört der Gruppe der gefürchteten High-School-Königinnen aber dennoch an. So richtig identifizieren kann sie sich aber nicht mit ihnen. Ihre Tagebucheinträge enthalten nicht nur ganz viel teenage angst, sondern auch Rachephantasien. Wäre ein Leben ohne die Heathers (und damit ohne die anstrengende Popularität) nicht doch besser? Da kommt J.D. (Christian Slater), der Neue an der Schule, gerade recht: In ihm findet Veronica einen boyfriend, der noch dazu ihre Rachegelüste umsetzt. Bald gibt es einige Todesfälle, die wie Selbstmorde aussehen und Westerberg High befindet sich in einem regelrechten Suizidrausch.

Heathers lebt von dem gnadenlos guten Drehbuch von Daniel Waters. Er setzt seine Geschichte mit einer Konsequenz um, die nach Columbine vielleicht nicht mehr möglich gewesen wäre und liefert unzählige giftige Oneliner ab, die bitte schleunigst in den Alltagsgebrauch übergehen sollten: „Fuck me gently with a chainsaw“ oder „I love my dead gay son!“ können sicherlich vielfältigst eingesetzt werden.

Letztlich hat mich Heathers schon mit dem wohl grandiosesten Filmtitel aller Zeiten begeistert. Dass der Rest auch noch sehr stimmig ist, fällt da kaum mehr ins Gewicht.

8/10

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