Zombieland

1968 revolutionierte George A. Romero das Genre des Zombiefilms: In „Night Of The Living Dead“ waren Zombies zum ersten Mal nicht durch Voodoo-Zauber aufgeweckte Tote, sondern durch scheinbar eigene Kraft auferstandende Leichen. Thematisch ähnliche Filme wurden in den folgenden Jahrzehnten zuhauf produziert, in der Regel ohne sonderlich neue Akzente im Genre zu setzen.“Zombieland“ versucht das erst gar nicht, nimmt das Thema nicht ernst und setzt vor allem auf Humor.

Nachdem es in den USA kaum mehr lebende Menschen, sondern nur noch Zombies gibt, macht sich der Einzelgänger Columbus (Jesse Eisenberg, The Social Network, Adventureland) auf den Weg in seine Heimatstadt Columbus, Ohio, um zu sehen, ob seine Eltern noch am Leben sind. Auf seiner Reise trifft er auf Tallahassee (Woody Harrelson, Natural Born Killers, The Messenger), dem nichts wichtiger zu sein scheint, als Twinkies, kleine Kuchen mit Cremefüllung, zu finden. Auch die beiden Schwestern Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin, Little Miss Sunshine) sind noch am Leben, vor allem weil sie niemandem trauen und sich durch Tricks und Betrügereien ihr Überleben sichern. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wird aus den Vieren doch noch eine Gruppe, die zusammen gegen all die Untoten kämpft, während sich zwischen Columbus und Wichita natürlich auch eine kleine Liebesgeschichte entwickelt.

Schon die Inhaltsangabe verrät, dass man die Handlung von „Zombieland“ getrost vergessen kann. Die Figuren sollen zwar einen Hauch von Tiefe erhalten, in dem man ihren Hintergrund kurz erwähnt – der eine musste einen persönlichen Verlust hinnehmen, der andere scheint mit Menschen noch nie klargekommen zu sein -, dreidimensionale Charaktere hat man trotzdem nie vor sich. Das allerdings tut dem Spaß keinen Abbruch. Das Darstellerquartett überdeckt durch seine Spielfreude die etwas ziellose Handlung. Regisseur Ruben Fleischer inszeniert Gewaltausbrüche stets mit Humor, die Dialoge sind voll von popkulturellen Referenzen auf „Hannah Montana“ oder das Jennifer Lopez-B-Movie „Anaconda“ und ein Kurzauftritt von Bill Murray samt Ghostbusters-Titelmusik stellt sowieso den Höhepunkt des Films dar.

Mehr als hirnloser Spaß ist „Zombieland“ zwar nicht, als solcher funktioniert der Film jedoch ausgezeichnet.

7/10

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